Aktuelles
Rund 2300 Anmeldungen für das Projekt liegen schon vor.  Noch bis 1. November können Schulklassen aus Trier, Trier-Saarburg, Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und Bernkastel-Wittlich ihre Mitmachpakete bestellen.



Von Marcus Hormes

Trier/Bitburg/Wittlich Deutschlands größtes Singprojekt für Schüler zündet auch in der Region Trier. Aus der Eifel, von der Mosel und vom Hunsrück haben sich bisher 2300 Teilnehmer bei „Klasse! Wir singen“ angemeldet. Die Schüler aus den Klassenstufen 1 bis 7 werden im Frühjahr 2019 über sechs Wochen verteilt im Unterricht immer wieder gemeinsam singen. Zum Abschluss treten sie bei einem großen Liederfest in der Arena Trier auf, die vom 10. bis 12. Mai dafür reserviert ist.

Wer bei dem Projekt noch mitmachen will, hat bis zum Anmeldeschluss am Donnerstag, 1. November, Gelegenheit zur Registrierung (siehe Info).

Gerd-Peter Münden (Jahrgang 1966) ist Braunschweiger Domkantor und Initiator des Projekts „Klasse! Wir singen“, das er vor elf Jahren ins Leben gerufen hat. Im Trierischen Volksfreund erklärt Münden das Anliegen des gemeinnützigen Trägervereins, das Singen in der Gesellschaft zu verankern, und warum sich das Mitmachen lohnt.

Faszination Singen: „Singen ist ein uraltes Grundbedürfnis der Menschen. Es bringt Lebenslust, macht Spaß, fördert das psychische sowie physische Wohlbefinden und ist Grundlage für jede Art von Musik. Die Stimme ist das Instrument, das allen Kindern, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, kulturelle Teilhabe ermöglicht.“

Singen fördert die Entwicklung: „Die Liederfeste sind gelebte Inklusion. Das gemeinsame Singen fördert den Sprecherwerb sowie die Integration. Singend lässt sich unsere Muttersprache am leichtesten erlernen, und das Projekt wirkt dann auch in die Familien hinein. Kinder, die regelmäßig singen, entwickeln sich sprachlich schneller, zeigen ein besseres Sozialverhalten, sind konzentrierter und fröhlicher. Das wird von zahlreichen Studien gestützt. So fand man heraus, dass Vorschulkinder, die regelmäßig singen, deutlich besser für die Schule geeignet sind als Gleichaltrige, die nicht singen. Schwedische Forscher fanden heraus, dass Menschen eine deutlich höhere Lebenserwartung haben, wenn sie singen. Denn Singen sorgt für eine gute Atmung – und die hilft dabei, Stress abzubauen. Das heißt auch, dass Singen dazu beiträgt, dass man glücklicher, sozialer und entspannter ist. Außerdem hat man herausgefunden, dass bei Chorsängern, wenn sie sangen, die Abwehrkräfte mobilisiert wurden.“

Familienbande „Eltern sollten mit ihren Kindern singen, denn billiger und effizienter kann man Kinder gar nicht fördern. Leider ist es heutzutage manchen Eltern eher ein bisschen peinlich zu singen, weil es natürlich eine sehr persönliche Beschäftigung ist. Dennoch: Nur Mut. Sollten Eltern Kinderlieder nicht kennen, lernen sie diese gemeinsam mit den Kleinen. Mit Hilfe einer CD, Youtube oder ganz klassisch in Begleitung von Flöte oder Klavier.“

Gemeinschaftserlebnis „Das Projekt ,Klasse! Wir singen’ verbindet die Kinder im gemeinsamen Gesang und stiftet Freude, die sich gerade bei Flüchtlingskindern positiv auf deren Entwicklung auswirkt. Bei der gemeinsamen Erfahrung des Singens in der Klasse wird ein gutes Miteinander wie selbstverständlich gelebt – Herkunft oder soziale Faktoren spielen keine Rolle. Das Singen alleine unter der Dusche unterscheidet sich bezüglich des Glückseffekts vom Singen in Gemeinschaft. Mit den Stimmen anderer zu verschmelzen, setzt viel mehr Emotionen frei. Die Verbundenheit mit anderen, die im Fußballstadion aufkommt, gibt es auch beim Singen – Singen toppt das sogar noch.“

Volkslied und Pop „Es gibt keine Musik, die man mit Kindern nicht singen könnte. Es kommt nur darauf an, wie man sie ihnen vermittelt. Wenn man sie pädagogisch geschickt rüberbringt, kann man selbst alte Choräle zu Ohrwürmern machen. Dass wir nur einen Teil unserer Kultur tradieren, liegt vor allem an einem Vermittlungsdefizit. Der Erfolg von ,Klasse! Wir singen’ beruht darauf, dass Kinder in einem großen Chor singen.“

Ausdruck „Bei uns gehören Singen und Bewegung zusammen. Wir verbinden jede Liedzeile mit einer Geste. Das kanalisiert die Bewegungsenergie der Kinder musikalisch. Sie sind mit Herz, Mund und Händen dabei und motorisch ausgeglichener. Der Hirnforscher Professor Gerald Hüther sagt: ,Singen ist Kraftfutter für Kindergehirne.’“

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