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Der Kirchenchor Cäcilia Wiltingen hat sein 230-jähriges Bestehen mit einem prachtvollem Konzert gefeiert. Es gab Werke aus allen Epochen und besondere Lichteffekte.

 

Von Herbert Thormeyer

WILTINGEN Die Heilige Cäcilia ist die Schutzpatronin aller Kirchenchöre. Zu ihrer Hymne zieht der Wiltinger Kirchenchor in die mit 650 Besuchern besetzte Pfarrkirche ein um den 230. Geburtstag zu feiern. Seit März haben ein Projektchor und ein Kinderchor gemeinsam mit der Winzerkapelle dafür gearbeitet.

Die Melodie ist fast jedem bekannt: „Highland Cathedral“ ist schottisches Kulturgut und wird meist auf Dudelsäcken geblasen. Doch es ist eine Komposition der Deutschen Ulrich Roever und Michael Korb. Chorleiter Jürgen Kopp hat für diesen Abend nur zwei Ziele: „Wir wollen unsere Zuhörer glücklich machen und das lange Bestehen des Chores seit 1788 verpflichtet dazu.“ Das setzt er um. Aus 35 Aktiven des Stammchores werden 90 Sängerinnen und Sänger und 40 Musiker der Winzerkapelle unter der Leitung von Lothar Breitmeier mit Stücken aus der Renaissance, dem Barock, der Klassik bis zur Moderne, mit Chor, Orchester und dem Organisten Reinhold Neisius.

„Es war ein immenser Probenaufwand, denn abgesehen von den Solisten sind wir alle Laien, einschließlich ich selbst“, sagt Kopp in aller Bescheidenheit und lobt: „Die neu zusammengestellten Sänger wuchsen beeindruckend in die Stücke hinein.“ Als Solisten haben Regine Buschmann (Alt), Volker Wallerang (Tenor) und Thomas Dohm (Bass) an den Stücken „Die Himmel erzählen (aus der Schöpfung)“ von Joseph Haydn und „Abendsegen“ aus der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck mitgewirkt.

Eine gewisse Dramaturgie bekommt die Aufführung durch buntes Licht in allen Regenbogenfarben, mit dem die Dynamik des großen Klangkörpers noch einmal unterstrichen wird. Sowohl der Chor als auch das Orchester haben es sich nicht leicht gemacht. „Die Himmel erzählen“ aus dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Franz Joseph Haydn (1732-1809) ist ein richtig schweres Stück und, wie Kopp selbst zugibt, die Herausforderung des Abends. Hier entfalten sowohl Chor als auch Orchester ihr volles Potenzial, auch wenn, wie beim Original keine Streichinstrumente zu hören sind. Die Winzerkapelle spielt gleich darauf einen Dauerbrenner der Kirchenmusik, die eigentlich für die Orgel geschriebene „Toccata und Fuge“ von Johann Sebastian Bach (1685-1750), aber in der Version von Jan van Kraeydonck (1967), rhythmisch-fetzig, fast etwas für die Disco. Ein Wort zieht sich durch den Konzertabend: „Halleluja“, der Jubelruf zu Ehren Gottes, kommt immer wieder vor. Dieser erschallt bei der Zugabe besonders beeindruckend mit dem berühmten „Halleluja“ aus Georg Friedrich Händels Messias, dem Paradestück des Wiltinger Kirchenchores. „Halleluja, geschafft!“, wird sich wohl eine Reihe der Akteure nach dem Verklingen des letzten Tones gedacht haben. Das Publikum bedankt sich mit im Stehen dargebrachtem Applaus. Einer der Sänger, der Bassist Christian May, findet: „Wir haben es geschafft, die Leute glücklich zu machen.“ Auch er strahlt und sagt: „Das ist ein schönes Gefühl“. Er stieß durch den Projektchor zu den Wiltingern, und sagt: „Ich würde es immer wieder tun.“

 

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