Trier und Trier-Saarburg
Der Trierer Opernchor hat mit seiner kammermusikalischen Vorstellung in der Europäischen Kunstakademie gezeigt, dass er auch mit eigenen Konzerten beeindrucken kann. Der Titel versprach ein „Fest des Lenzes“.
<p> </p> <p>Von Eva-Maria Reuther</p> <p>Trier Die Kulisse hätte kaum besser gewählt sein können. Vor den traumblauen wandhohen Arbeiten von Ute Lindner, die den Blick in ferne Räume freigeben, präsentierte der Opernchor des Theaters Trier eine sonntägliche Matinee in der Europäischen Kunstakademie Trier (EKA). Mit etwa 100 Besuchern war die lichte Kunsthalle des Hauses gut gefüllt. Der aus 19 Sängerinnen und Sängern bestehende Chor  bereichert seit langem die Opernproduktionen des Trierer Theaters. In der EKA stellte er sich jetzt kammermusikalisch vor.</p> <p> Ein Programm mit  Liedwerken des 19. Jahrhunderts von Franz Schubert bis Gabriel Fauré hatte Joachim Reidenbach, dem sich die Konzeption der Matinee-Reihe verdankt, für diesen regnerischen Märzvormittag zusammengestellt. Zudem trug Ketevan  Rukhadze das Impromptu Ges-Dur op.90, Nr.3 und das in Es-Dur op.90 Nr.2 von Franz Schubert vor. Die aus Georgien stammende Pianistin, die seit 17 Jahren  am Theater Trier arbeitet, begleitete auch den Chor.  „Schön ist das Fest des Lenzes“, die erste Zeile aus einem Gedicht von Friedrich Rückert, das der Chor in der Vertonung von Robert Schumann vortrug, hatte  Reidenbach dem Konzert hoffnungsfroh als Titel vorangestellt. Mit eindrücklichem stimmlichen Engagement unterstrichen die Sänger unter der verdienstvollen  Leitung von Angela Händel Rückerts Frühlingserwartung. Einmal mehr zeigte sich auch bei diesem Auftritt der Mitglieder: Der Chor ist ein Opernchor. Seine Stärke liegt im opernhaften Pathos und der dramatischen Geste. Ausdrucksstark und dynamisch geriet  Gioacchino Rossinis „Carnevale di Venezia“ zum Höhepunkt des morgendlichen Konzerts. Als Bild einer friedvollen ­Schäferidylle erklang das „Quartetto Pastorale“ desselben Komponisten. Gabriel Faurés berühmtem „Cantique de Racine“ ließ der Chor seinem feierlichen Ernst aber wenig von seiner Durchlässigkeit. Unter sich waren die Sängerinnen des Opernchors in drei Liedern von  Léo Délibes, deren musikalische Liebenswürdigkeit sie überzeugend vermittelten. Sehr schön „Les Norwégiennes“.  Und auch die Nymphen im Wald („Les nymphes du bois) überließen sich im Gesang der Frauenstimmen ihrem anmutigen Spiel. Entschieden zu handfest gerieten hingegen die Lieder von Robert Schumann, bei dem die Soprane  immer mal wieder nach oben ausrissen und auch die Kommunikation von Klavier und Chor nicht immer gelang. Die schwierige Akustik der Halle  tat ein Übriges.  Als  Solistin  interpretierte Ketevan Rukhadze Schuberts Impromptus fließend und feinnervig als intime nach innen gerichtete musikalische Selbstgespräche, die sich zuweilen in energischen Akkorden entluden. Herzlicher Applaus im Publikum.</p>

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